25.04.17

Nachhaltig kleben

Neues BMBF-gefördertes Projekt nutzt Bakterien und Reststoffe um Hochleistungsklebstoffe herzustellen

Die biobasierten Klebstoffe aus dem neuen BMBF-Projekt sollen z.B. für Flaschenetiketten, Dämmmaterialien unter Laminatböden oder bei der Schaumstoffpolsterung verwendet werden. Bild: CC0 Public Domain ErikaWittlieb / pixabay.com.

Die biobasierten Klebstoffe aus dem neuen BMBF-Projekt sollen z.B. für Flaschenetiketten, Dämmmaterialien unter Laminatböden oder bei der Schaumstoffpolsterung verwendet werden. Bild: CC0 Public Domain ErikaWittlieb / pixabay.com.

Martinsried, 25.04.2017 - Ob Möbel, Bücher, elektronische Geräte, Bodenbeläge oder Autos - Klebstoffe spielen in unserem täglichen Leben eine große Rolle. Um das vielgefragte Alltagsprodukt nachhaltig herzustellen, verfolgen die Partner aus dem Projekt "PHB-Klebstoffe" nun einen neuen Ansatz. Durch mikrobiologische Prozesse sollen Schmelz- und Flüssigklebstoffe auf Basis von biogenen Reststoffen hergestellt werden. Die neuen Produkte sind biobasiert, sollen sich in verschiedenen Anwendungen beweisen, sowie bioabbaubar sein. Das Projekt wird für drei Jahre durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Das Kick-off-Treffen zum Projektstart fand heute in Martinsried statt.

Projektkoordinatorin Birgit Lewandowski von der FRITZMEIER Umwelttechnik GmbH & Co. KG erklärt das Reststoffkonzept: "Im Gegensatz zu herkömmlichen erdölbasierten Klebstoffen nutzen wir biogene Reststoffe und verwenden mikrobiologische Prozesse, um unser Ausgangsmaterial Polyhydroxybuttersäure (PHB) herzustellen. Als Nährmedium für Bakterien dienen Reststoffe, denn uns ist wichtig, dass keine potentiellen Nahrungsmittel verwendet werden." Da reines PHB nur über eine geringe Klebekraft verfügt, werden anschließend weitere, vorzugsweise biobasierte Polymere beigemischt, bzw. das PHB wird chemisch modifiziert. Insgesamt möchte das Projektteam Klebstoffe entwickeln, die nicht nur biobasiert sind, sondern auch in der Umwelt schnell und schadstofffrei abgebaut werden können.

Auf die neuen PHB-Klebstoffe wartet eine Vielzahl von Anwendungen. In Form von Schmelz- oder Flüssigklebstoffen sollen verschiedene Substrate wie z.B. Holz, Metall, Glas und Papier/Pappe verklebt werden können. Durch Modifikationen der Klebstoffe können spezifische Materialan-forderungen und Kundenwünsche berücksichtigt werden. Das Projektteam möchte beispielsweise Haftschmelzklebstoffe für Etiketten formulieren, die beim Klebeprozess beschichtet werden (z.B. Flaschenetikettierung von PET-Flaschen), oder zur Verklebung von Trittschalldämmmaterialien unter Laminatböden. Außerdem sollen Lösemittelklebstoffe formuliert werden, die in der Schaumpolster-herstellung verwendet werden.

Das Projekt "PHB-Klebstoffe" wurde innerhalb des Kooperationsnetzwerks "BioPlastik" angestoßen, das die IBB Netzwerk GmbH vor gut drei Jahren initiiert hat. Projektpartner sind FRITZMEIER Umwelttechnik GmbH &Co. KG, Jowat SE, Unavera ChemLab GmbH sowie das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT. Das Projekt wird für drei Jahre im Rahmen der Fördermaßnahme "KMU-innovativ" durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Quelle: IBB Netzwerk GmbH/ki